Wartezeit

Künstlicher Zeitdruck und überflüssige Reizüberflutung

Für den heutigen Vormittag um 10:00 Uhr steht ein Termin in der Stadt in meinem Kalender. Der Wetterbericht meldet Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen. Es ist noch früh am Morgen. Mir kommt die Idee meine Fototasche zu packen, mich früher als erforderlich auf den Weg zu machen und die Zeit bis zu meinem Termin für einen Fotospaziergang zu nutzen.

Gewöhnlich beträgt meine Fahrzeit in den frühen Vormittagsstunden 35 Minuten, heute dauert es allerdings doch länger als erwartet. Das Auto auf dem Parkplatz abgestellt und realisiert, dass nur knapp 50 Minuten bleiben. Meine Vorfreude auf eine kleine Fotoserie ist deswegen schon getrübt.

Zeit im Überfluss ist auch keine Lösung

Weniger Zeit und Zweifel nicht die ersehnte Freude dabei zu haben trüben die Begeisterung an meinem Plan. Künstlicher Zeitdruck ruft eine überflüssige Reizüberflutung hervor, wie bekomme ich das Problem wieder in den Griff? Waren die Erwartungen zu ehrgeizig? Letztendlich mache ich mir unnötig Stress.

Durchatmen und das Gedankenkarussell anhalten, mich sammeln. Wie würde ein Autopilot jetzt funktionieren? Ich lehne mich mental zurück und lasse mich führen. Klingt klar und einfach.

Zu weit sollte ich mich vom Ort meiner Verabredung nicht weg begeben.  Ich nehme die Kamera aus der Fototasche und schraube die 23mm 1.4 Festbrennweite drauf. Der geistige Autopilot startet und läßt mich losgehen.

Der begrenzte Zeitrahmen entpuppt sich als verblüffende Kurzmeditation. Bald schon begegnen mir massenhaft visuelle Reize. Das Licht reicht von sonnig bis trüb.

Es ist zwar noch kühl, gleichwohl ist da diese Euphorie auf den beginnenden Frühling.

Nach der Besprechung werde ich in meinem Lieblingsbuchladen noch einen leckeren Kaffee trinken gehen.

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